Facebook-Marketing gilt oft als wenig zielführend und unsicher im B2B-Bereich. Doch mittlerweile haben allein in Deutschland über 20 Millionen Menschen mehr als 387 Millionen Verbindungen mit kleinen und mittleren Unternehmen auf Facebook. Wir prüfen weitverbreitete Behauptungen: Wo liegen die Chancen und Risiken für Unternehmen beim Facebook-Marketing?

Viele Gerüchte und Halbwahrheiten ranken sich um die Verwendung von Social Media-Plattformen wie Facebook durch Unternehmen, die auf den B2B-Bereich ausgerichtet sind. Wir stellen diese auf den Prüfstand:


Behauptung 1: „Facebook wird doch eh nur privat genutzt und bringt mir als B2B-Unternehmen doch sowieso keinen Mehrwert.“

Dieser Aussage muss klar widesprochen werden: Facebook ist mittlerweile der meist genutzte Kanal im B2B-Bereich mit knapp 28 Millionen registrierten Nutzern. Darunter sind natürlich zwangsläufig auch Entscheider, Entscheidungsvorbereiter, Multiplikatoren, Partner, Bewerber, Mitarbeiter sowie bestehende und potenzielle Kunden. Je nach definiertem Marketing-Ziel geht es dann darum, die richtige Zielgruppe abzugrenzen und diese individuell anzusprechen. Und kein anderer Kanal bietet mir wie Facebook die passenden Werkzeuge dazu.


Behauptung 2: „Datenschützer warnen täglich vor Facebook und schüren Befürchtungen vor der ungewollten Weitergabe der Userdaten. Das ist auch ein potenzielles Risiko für Unternehmen.“

Hier besteht seit Jahren ein großer Irrtum, denn Facebook gibt die Daten der Nutzer nicht weiter sondern nutzt sie selbst gezielt, um den Advertisern bessere Werbemöglichkeiten auf der Plattform zu bieten. Unternehmen im B2B-Bereich sollten diese Chance unbedingt nutzen. Durch die systematische Zuordnung von Interessen und demografischen Merkmalen erreicht man mit einer professionellen und strategischen Ansprache genau die Aufmerksamkeit in der gewünschten Zielgruppe. Hier hat Facebook von allen Kanälen die besten Targeting-Möglichkeiten und wird ganz klar unterschätzt.


Behauptung 3: „Bei bestimmten Unternehmen im B2B-Bereich ist ein Social Media-Auftritt aufgrund der Branche nicht sinnvoll.“

Grundsätzlich ist es für jedes Unternehmen sinnvoll, sich auch im Social Media zu positionieren, wenn die Zielsetzungen vorab genau definiert worden sind. Professionelles Facebook-Marketing verfolgt verschiedene Konzepte, die von der positiv aufgeladenen Reichweitensteigerung mit SEO, über den informativen Dialog zu Angeboten oder Lösungen bis hin zur reinen Neukundenakquise reichen. Man muss sich aber im Klaren sein, dass gerade im B2B-Bereich eine professionelle Betreuung des Facebook-Auftritts verbunden mit einem angemessenen Zeit- und Kostenaufwand unabdingbar ist. Ist dies nicht gegeben, raten wir meist mit gutem Gewissen vom Auftritt ab. Facebook macht man nicht mal eben so nebenher.

Wir betreuen zum Beispiel einen Software-Dienstleister in Augsburg mit vielfältigen Business-Lösungen für den Finanzbereich. Hier sprechen wir natürlich eine sehr spitze Zielgruppe an, die wir zusammen genau definiert haben. Wir verfolgen auf Facebook die Strategie Werbeanzeigen, Fachbeiträge, News, Produktvorstellungen etc. nur dieser Zielgruppe mit den gewählten Interessen auszuspielen. So halten wir die Streuverluste gering und konnten die Reichweite in kurzer Zeit um 200 Prozent steigern. Durch die erhöhte Aufmerksamkeit wurde zusätzlich das Unternehmen als Meinungsmacher in diesem Sektor positioniert.


Behauptung 4: „Recruiting über Facebook funktioniert nicht, ich beschränke mich auf LinkedIn oder Xing.“

Auch hier hat sich in den letzten Jahren einiges verändert und die Unternehmen nutzen nicht nur Stellenanzeigen auf Xing oder Linkedin. Sie setzen nun verstärkt auf die vielfältigen Möglichkeiten im Social Media für gezieltes Recruitment und eine positive Unternehmensdarstellung. In Zeiten von Fachkräftemangel wird es immer wichtiger, sich von der Konkurrenz abzuheben und sich als interessanten Arbeitgeber in der Region zu positionieren. Dabei helfen z. B. der Blick hinter die Kulissen, innovative Produktvideos oder die emotionale Darstellung gut gelaunter Mitarbeiter.