“Social Media ist keine Besonderheit mehr, Social Media ist Alltag und bestimmt ihn teilweise.“ Als meine Kollegen und ich vor kurzer Zeit einen Online-Marketing Kongress in München besuchten, waren wir besonders von dieser kurzen und prägnanten Aussage eines Trendforschers fasziniert. Ist die Nutzung von Facebook, WhatsApp, Instagram, Xing, Twitter & Co. ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens und bestimmt sogar unseren Tagesrhythmus? Ist die Bedienung dieser Kanäle via PC, Smartphone und Tablet schon Normalität geworden, um zu kommunizieren, mich zu informieren oder meine Firma zu bewerben?

Mit der Röhre ins Internet

Zum Vergleich bin ich einmal knapp 20 Jahre zurückgegangen und erinnerte mich an unsere erste Internetverbindung im Elternhaus. Via ISDN kam auf einmal die Welt direkt über den großen Röhrenbildschirm zu uns nach Hause und ich konnte mit der nicht auswendig lernbaren Mailadresse a23456787288-1189@t-online.de Nachrichten schreiben und sogar empfangen. Es war für mich eine Besonderheit, denn erstens hatten nicht alle meine Freunde eine Internetverbindung und zweitens war der Umgang mit Browser, Tabs und Mail damals – Gruß an Frau Merkel – wirklich Neuland.

Ich vertiefte nach und nach meine Kenntnisse und fand schnell großen Gefallen an den vielen Möglichkeiten und Facetten des World Wide Web. Wikipedia, GMX, eBay, YouTube und dann Google gehörten bald zu meinen Favoriten und waren hilfreiche Partner beim Lernen, Shoppen und Kommunizieren.

Und heute? Gibt es im Umkreis von Augsburg gefühlt noch einen Haushalt ohne Internet oder gar einen Jugendlichen, der sich nicht in der Nutzung mit dem WWW als Experte sieht? Wir sind gemeinsam in der Agentur auf keine Treffer gekommen und die “ard-zdf-onlinestudie von 2014“ gibt uns Recht, denn 79 Prozent der deutschen Bevölkerung über 14 Jahren sind online. Durchschnittlich ist der Internetnutzer dabei an 5,9 Tagen pro Woche online und verbringt täglich 166 Minuten im Netz. Stand damals auf dem Schreibtisch nur ein PC, so besitzt der Onliner heute im Schnitt 2,8 Endgeräte mit Internetverbindung.

Fuggerstadt als Social Media-Hochburg?

Deutschland ist also immer online, aber sind Social Media-Aktivitäten dabei auch schon ein fester Bestandteil, wie es der Onlineforscher auf dem Kongress entschieden prophezeit? Kurz entschlossen habe ich mit unserem Analyse-Fachmann tief im größten Netzwerk der Welt gegraben und nach Augsburgern auf Facebook im Alter zwischen 14 und 65 gesucht.

Das Ergebnis hat mich dann nicht so überrascht wie unsere Kunden, denn Stand heute sind dort knapp 170.000 Fuggerstädter aktiv. Das entspricht einem Anteil von über 60 Prozent an der Gesamteinwohnerzahl Augsburgs und liegt etwas oberhalb des bayerischen Facebook-Schnitts. Die Männer haben übrigens mit 51 zu 49 Prozent etwas die Oberhand. Nimmt man die stetig wachsenden Nutzungszahlen von WhatsApp, Instagram oder Pinterest hinzu, ist Social Media bestimmt wohl kein Phänomen mehr.

Social Media: Ständiger Begleiter/Allzeit bereit und informiert

Nach dem Wachwerden einen Blick in den Facebook-Stream werfen, Mittags kurz nach einem Kochrezept bei Pinterest schauen, tagsüber ein Date mit Freunden per WhatsApp ausmachen, abends bei Instagram die neuesten Fotos mit dem Hashtag Augsburg durchsehen und vor dem Einschlafen die letzten Meldungen der Lieblingsseiten auf Facebook lesen, so sieht heute bei vielen Augsburgern der Social Media-Tag aus.

Nach weiteren Gesprächen mit meinem Umfeld über ihr Social Media-Verhalten kann ich nur bestätigen: „Social Media ist Alltag“. Da erinnerte ich mich übrigens auch genüsslich wieder an den Lieblingssatz meiner Mathe Lehrers in der 8. Klasse: „Quod erat demonstrandum“.