Hier dem Kollegen ein Bild vom Stau schicken, da die Freundin fragen, wie ihr Tag war: 57 Prozent der Deutschen nutzen den Instant Messenger-Dienst WhatsApp, 44 Prozent davon sogar jeden Tag. Der Messenger wird von den meisten zur privaten Kommunikation genutzt. Aber nicht ausschließlich: Inzwischen haben auch Publisher und Werbetreibende WhatsApp für sich entdeckt.

Nachrichten können dort einen großen Kreis von Lesern und potentiellen Kunden erreichen. WhatsApp schafft einen direkten Zugangskanal: direkt per Push auf den Sperrbildschirm des Smartphones. Fast alle Tageszeitungen und Nachrichtenportale bieten ihren Lesern inzwischen die Option, sie über Eilmeldungen und die aktuellen Nachrichten per Direktnachricht auf dem Laufenden zu halten. Die Süddeutsche Zeitung hat eine WhatsApp Kanal, die Berliner Morgenpost ebenso und international gehört der Nachrichtendienst BBC zu den Vorreitern.

Augsburger Unternehmen unter Top-Anbietern

Wie funktioniert das? Über ein Broadcastlisten-System können Nachrichten an eine Liste von Kontakten gesendet werden – ohne, dass der Empfänger sieht, an wen die Nachricht ebenfalls versendet wurde. Im Bereich WhatsApp-Service beherrschten die Anbieter InstaNews, WhatsBroadcast und das Augsburger Unternehmen WhatsService lange den Markt. Allerdings gab es technische Probleme, deshalb vereinten sich die Anbieter und agieren nun unter dem Dach von WhatsBroadcast. Damit können nun auch mittlere und große Unternehmen betreut werden, so einer der Geschäftsführer. Große Unternehmen – wie Zeitungen oder auch Werbetreibende.

Update bietet neue Möglichkeiten

Das neuste Update für iOS-Betriebssysteme bietet nämlich vor allem Unternehmen neue Möglichkeiten. Verschickt man nun auf WhatsApp einen Link, kann man entscheiden, ob der Empfänger mit dem Link eine Vorschau samt Bild erhalten soll. Was zunächst nach wenig klingt, wird von Experten sogar als Paradigmenwechsel bezeichnet. Denn bei WhatsApp gelten eigentlich strenge Richtlinien: Werbung oder der Gebrauch für kommerzielle Zwecke ist verboten. Reinen Werbe-Content zu versenden ist also keine Option, in News verpackte Angebote jedoch schon. Allerdings: Der Nutzer muss ausdrücklich zustimmen, dass er Nachrichten auf seine Nummer erhalten will. Die Vorschaubilder sollen sich deutlicher von den Textnachrichten abzuheben, einen Link für den Nutzer damit interessanter zu machen und im Endeffekt die Wahrscheinlichkeit eines Klicks erhöhen.

Bereits vor einiger Zeit hatte Mark Zuckerberg angekündigt, er wolle WhatsApp profitabler machen. Schließlich hatte der Facebook-Gründer für die Übernahme vergangenes Jahr 19 Milliarden US-Dollar gezahlt; diese Summe gilt es nun wieder einzuspielen. Derzeit wird mit verschiedenen Möglichkeiten experimentiert. Es bleibt also abzuwarten, welche Optionen für Werbe-Content WhatsApp in Zukunft etablieren wird.