Was beeinflusst unser Kaufverhalten? Werbung, wäre wohl der erste Gedanke der meisten Menschen. Werbespots im Fernsehen oder Shoppingsender wie QVC der zweite. Doch klassische Fernsehwerbung ist längst nicht mehr der Einflussnehmer Nummer eins. Das Publikum und damit die Konsumenten wandern ins Internet ab. Und dort ergeben sich ganz neue Potentiale – die vor allem für Werbetreibende interessant sein dürften. Laut der aktuellen Studie „Connected Commerce 2015“ der Digitalagentur DigitasLBi wird inzwischen jede zweite Kaufentscheidung der Deutschen von sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und YouTube beeinflusst. Noch deutlicher fallen diese Zahlen bei den 18 bis 34-jährigen aus: 70 Prozent in dieser Altersgruppe geben an, sich in ihren Kaufentscheidungen auf den sozialen Netzwerken beeinflussen zu lassen.

Facebook und YouTube liegen vorn

Weltweit wurden Nutzer verschiedener sozialer Netzwerke zu deren Einfluss auf ihr Kaufverhalten befragt. Die Befragten gaben an, dass vor allem die Plattformen Facebook (29,9 Prozent) und YouTube (26,5 Prozent) Einfluss auf ihren Kaufentscheidungen nehmen. Auf dem dritten Platz folgt Google+, immerhin 10 Prozent geben an, dass hier Kaufanreize generiert werden. Mit 4 Prozent weit abgeschlagen bleibt Instagram, was aufgrund der stetig wachsenden Nutzerzahlen und der Beliebtheit vor allem bei jungen Usern verwundert. Neben der Bildplattform spielen Twitter mit ebenfalls 4 Prozent, XING mit 3 Prozent und Pinterest mit 2 Prozent ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle.

Klassisches Marketing funktioniert am Besten

Generell können die Kaufentscheidungen der Kunden über die sozialen Netzwerke auf verschiedene Weise beeinflusst werden. Dabei sind klassische Marketingmaßnahmen noch immer am wirkungsvollsten: konventionelle Werbeinhalte wie Anzeigen (34 Prozent) oder Kampagnen (31 Prozent) bewegen den Konsumenten am ehesten zu einer positiven Kaufentscheidung. Aber auch auf die Meinung von Freunden und Bekannten hören die Verbraucher: Statusmeldungen beeinflussen 29 Prozent in ihrem Kaufverhalten. Der Auftritt einer Marke in Form einer Fanpage kann 23 Prozent von einem Produkt überzeugen und sie zum Kauf bewegen. Social Influencer, wie bekannte Persönlichkeiten oder Experten, können 17 Prozent zum Kauf eines Produktes bewegen. Dabei zeigte sich auch, dass Frauen und Männer sich von unterschiedlichen Inhalten überzeugen lassen: Während Männer besonders auf Werbekampagnen und Promotion-Aktionen ansprechen, lassen sich Frauen eher von klassischen Werbeinhalten oder geteilten Meldungen von Freunden zum Kauf verleiten.

Teilen mit Freunden gehört dazu

Verbraucher lassen sich auf Facebook und Co. nicht nur beeinflussen, jeder Dritte zeigt auch gerne seine neusten Errungenschaften. Besonders die jüngeren Nutzer teilen Produktkäufe gerne mit Freunden und Followern. Die meisten (42 Prozent) wollen schlicht und einfach ihre Freunde darüber informieren, viele möchten sie auch auf ein Schnäppchen oder Sonderangebot aufmerksam machen (38 Prozent). 35 Prozent posten ihr neues Produkt aus Stolz, 13 Prozent wollen vor ihren Freunden damit angeben. Produktkäufe teilt dennoch nicht jeder. 28 Prozent geben jedoch an, sie würden sich durch Vergünstigungen oder Belohnungen dazu animieren lassen.

Von Facebook in den Warenkorb – für viele vorstellbar

Die Konsumenten können sich allgemein durchaus vorstellen, einen Einkauf online direkt über eine Social Media-Plattform zu tätigen. Jeder Vierte hat das sogar schon einmal gemacht: etwa ein Abonnement abgeschlossen oder über einen Link einen Kauf auf einen externen Shop getätigt. Auch hier liegt Facebook mit 10 Prozent vorne, es folgen YouTube und Google+.
Interessant sind diese Zahlen vor allem natürlich für Werbetreibende. „Die Konsumenten lassen sich mittlerweile sehr gut nicht nur durch verschiedene Werbemaßnahmen, sondern durch eine gelungene Markenpräsenz in Social Networks zu Markenfans und treuen Käufern konvertieren“ so Anke Herbener, CEO von DigitasLBi in Deutschland und der Schweiz. Besonders junge Menschen seien verstärkt auf den sozialen Netzwerken unterwegs und ließen sich dort für ein Produkt gewinnen. „Marken sollten auf die Macht von sozialen Netzwerken vertrauen“, rät die Expertin.