Anfang der Woche sorgten verschiedene Push-Nachrichten von WhatsApp bei Android-Nutzern des Messenger-Dienstes für Verwirrung. Zunächst konnten sich einige User darüber freuen, dass ihr Account nun lebenslang kostenlos sei. Kurz darauf folgte die Enttäuschung: Doch nicht. Offenbar handelte es sich bei den verwirrenden Nachrichten um einen technischen Fehler. Geändert hat sich bei WhatsApp aber trotzdem einiges.

Neues Finanzierungsmodell

Der Messenger hat vor, sein Geschäftsmodell umzukrempeln. Bislang war die Nutzung kostenpflichtig, nun wurde die Nutzungsgebühr abgeschafft und die Accounts sollen lebenslang kostenlos bleiben. Die Neuigkeiten verkündete Jan Koum, einer der Gründer des Messengers, auf der Digitalkonferenz DLD in München. Aber auch wenn die jährlichen Nutzungsgebühren eingestellt wurden, finanzieren muss sich der Messenger weiterhin. Dazu soll ein neues Geschäftsmodell etabliert werden. Werbung von Drittanbietern soll dabei keine Rolle spielen, heißt es auf dem offiziellen Blog. Stattdessen wolle man in Zukunft ein Kommunikationsmodell zwischen Unternehmen und Nutzern etablieren und sich darüber finanzieren, so der WhatsApp-Gründer Koum. Dazu könnte künftig etwa die Kommunikation mit Fluggesellschaften wegen verspäteter Flüge gehören. Genauere Informationen konnte Koum dazu allerdings nicht bekannt geben, zu dem neuen Finanzierungsmodell existieren bisher keine ausgereiften Pläne.

WhatsApp profitiert von Facebook

Die Deutschen verschicken täglich 700 Millionen Nachrichten über WhatsApp, der Messenger gehört zu den beliebtesten Apps. Weltweit wird der Dienst sogar von über 900 Millionen Menschen genutzt. Immer war das nicht so: Bevor der Messenger 2014 von Facebook aufgekauft wurde, nutzten ihn nur halb so viele Menschen. Von dem Aufkauf profitiert WhatsApp nun auf mehreren Wegen. Der Messenger kann nicht nur die Infrastruktur des weltgrößten Online-Netzwerks nutzen, die Übernahme habe es auch erlaubt, an Wachstum statt an Geldverdienen zu denken und die Nutzungsgebühren abzuschaffen.