In der weltweiten Social Media-Landschaft bestimmen Facebook, Instagram und YouTube schon lange nicht mehr allein das Geschehen. Ständig kommen neue Apps und Anwendungen hinzu. Während einige schnell wieder in der Versenkung verschwinden, schaffen es andere, zum Erfolg bei den Nutzern und zur ernsthaften Konkurrenz für die Social Media-Giganten zu werden. Eine dieser Apps ist Snapchat.

Die Instant Messaging-App, deren Logo ein kleiner weißer Geist ist, lässt die Nutzer kreativ bearbeitete und zusammengeschnittene Videos miteinander teilen. Das Besondere dabei: die Videos sind flüchtig und werden nach einiger Zeit automatisch gelöscht.

Bildzeitung und CSU nutzen Snapchat

Sieben Milliarden Videos teilen die Nutzer der App täglich miteinander. Über konkrete Nutzerzahlen gibt es bisher wenige Informationen, Snapchat wird jedoch vorrangig von einem jungen Publikum genutzt. Aber nicht ausschließlich: Immer mehr Medienhäuser, Unternehmen und Organisationen entdecken die großen Potentiale der App. Der FC Bayern München snappt erfolgreich, die Bildzeitung ebenfalls und auch die CSU ist auf Snapchat aktiv.

Was die App so erfolgreich macht, ist ihre Spontanität und Authentizität. Die Videoclips werden nach einer gewissen Zeit wieder gelöscht, die Nutzer müssen die App also oft verwenden, um nichts zu verpassen. Die geposteten Videos sind spontan erzählte Geschichten und wirken somit besonders glaubhaft, während bei Plattformen wie Instagram oft die Inszenierung im Vordergrund steht. Außerdem können die User nicht nur Videos teilen, sondern auch Bilder verschicken und bearbeiten, telefonieren oder ähnlich wie bei WhatsApp miteinander chatten.

Unternehmen verkennen Potentiale

Urteilt man basierend auf dem bisherigen Wachstum von Snapchat, lässt sich vermuten, dass die App ihren Erfolgskurs auch weiterhin fortsetzt. In den kommenden Jahren könnte Snapchat sogar zum ernsthaften Konkurrenten für die alten Hasen Facebook, WhatsApp und Instagram werden. Umso überraschender ist es, dass viele Unternehmen und sogar Social Media-Agenturen das Potenzial von Snapchat noch nicht für sich nutzen. Das mag an der schlechten Nutzerführung und Usability des Videodienstes liegen. Dennoch: mit etwas intensiver Auseinandersetzung und Geduld lässt sich der Umgang mit der App erlernen.

Viele Optionen für Werbung

Für Werbetreibende bieten sich auf Snapchat viele interessante Möglichkeiten. Im „Discover“-Bereich, in dem üblicherweise Medienunternehmen wie CNN ihre Snaps teilen, können Unternehmen einen temporären Kanal mieten und mit Videos bespielen. Über sogenannte „sponsored lenses“ können Nutzer ihre Aufnahmen mit von Marken und Unternehmen gesponserten Filtern versehen. Nicht zuletzt können sich Unternehmen auf Snapchat authentisch selbst inszenieren, Blicke hinter die Kulissen gewähren oder mit Social Media Influencern zusammenarbeiten.