„Kurz und knapp“, das war bisher das gefühlte Motto des Kurznachrichtendienstes Twitter. Nachrichten von Nutzern, sogenannte Tweets, waren streng auf 140 Zeichen limitiert. Das soll sich Gerüchten zufolge aber bald ändern.

Nachrichten, die über das aktuelle Geschehen aus aller Welt informieren – aber auf einen Blick, ohne lange Ausschweifungen und Hintergründe. Diese Besonderheit hob das soziale Netzwerk Twitter bisher von der Konkurrenz ab. Jetzt soll die Regel aufgeweicht werden, indem Bilder und Links, anders als bisher, nicht mehr als Zeichen zählen sollen. Offiziell wollten Sprecher des Kurznachrichtendienstes die Spekulationen bisher nicht kommentieren. Doch das Gerücht, dass Twitter die Begrenzung der Nachrichten auf 140 Zeichen abschaffen will, kursiert nun schon länger.

Nutzerfreundlichkeit vs. Tradition

Warum eigentlich die 140-Zeichen-Regel? Die Beschränkung kommt noch aus der Zeit, als Twitter ein SMS-Dienst war und Smartphones mit unbegrenzt langen Nachrichten noch in den Kinderschuhen steckten. Eigentlich gibt es heute keinen Grund mehr, die Nachrichten so knapp zu halten, da sie insbesondere die Nutzerfreundlichkeit des Dienstes einschränken. Aber dennoch: Die User der Plattform sind die knappen Nachrichten gewohnt, eine Tradition, an der sie hängen und an der sie festhalten wollen. Die Reaktionen der Fans sind daher nicht gerade positiv. Es bleibt abzuwarten, ob Twitter ernst macht – dann könnten wir in Zukunft Nachrichten mit bis zu 10.000 Zeichen Länge zwitschern.

Bilder im Fokus?

Sollte sich die neue Regel durchsetzen, könnte sich das Bild von Twitter ordentlich ändern. Vermutlich würde die Plattform, sollten Bilder nicht mehr in die Zeichenbegrenzung eingerechnet werden, deutlich bildlastiger werden. Darauf müssen sich auch Werbetreibende vorbereiten. Die Devise wäre dann, die Aufmerksamkeit der Nutzer mit spannendem visuellen Material zu wecken.