Mit Millionen von Nutzern sind WhatsApp und der Facebook Messenger die unangefochtenen Könige unter den Messenger-Apps. Jetzt kommt allerdings Konkurrenz aus dem Hause Google: die Suchmaschine bringt ihren eigenen Messenger namens Allo auf den Markt. Ein ernsthafter Rivale?

Bereits im Frühjahr kündigte Google Allo an, nun ist der neue Messenger in den App-Stores. Doch was kann die Chat-App im Vergleich zu seiner harten und viel genutzten Konkurrenz?

Was kann Allo?

Der Messenger aus dem Hause Google bietet zunächst einmal eine relativ unspektakuläre Nutzeroberfläche, die nicht wirklich viel Neues birgt. Ein zweiter Blick verrät, dass Google sich ordentlich von erfolgreichen Apps wie Snapchat hat inspirieren lassen. Nutzer können nicht nur per Text oder Sprachnachricht miteinander kommunizieren, sondern auch Bilder oder Videos verschicken und diese nach Belieben bekritzeln oder mit einer großen Auswahl verschiedener Sticker und Emojis versehen.

Das alles ist natürlich noch nicht wirklich bemerkenswert – doch Allo kommt außerdem mit einer künstlichen Intelligenz. Das Herzstück des Messengers ist ein virtueller Assistent, der den Usern den Umgang mit der App erleichtern soll. Im Chat können Nutzer beispielsweise Fragen an den Messenger stellen und sich nach Videovorschlägen zu einem Thema oder Restaurants in der Nähe erkundigen. Der integrierte Chatbot ist außerdem lernfähig und schlägt dem User, basierend auf seinem Antwortverhalten, automatisch verschiedene Antwortmöglichkeiten vor. Bekommt ein Nutzer beispielsweise ein niedliches Katzenvideo geschickt, schlägt Allo Antworten von „Oh wie süß!“ bis zum Herzchen-Emoji vor.

Besser als WhatsApp und Facebook Messenger?

Obwohl Googles Chat-App mit einem intelligenten Assistenten aufwarten kann, bietet sie sonst keine innovativen Features, die sie wirklich von den Konkurrenten abheben. Auch der Facebook Messenger oder der chinesische Dienst WeChat arbeiten bereits mit integrierten Chatbots.

Auf der anderen Seite hat Allo ein echtes Problem – und das heißt Datenschutz. Bereits kurz nachdem der Messenger auf den Markt kam, meldete sich Whistleblower Edward Snowden per Twitter zu Wort und warnte vor Allo.  Warum die Kritik? Der Dienst bietet zwar einen Inkognito-Modus, in dem Nachrichten sich nach einem bestimmten Zeitraum selbst löschen und außerdem Ende zu Ende-verschlüsselt sind. In diesem Modus ist der Google Assistant allerdings nicht verfügbar. Wird der Assistant dagegen genutzt, werden die Chats dauerhaft auf den Google-Servern gespeichert – schließlich benötigt Allo Daten, aus denen er lernen kann. Diese dauerhafte Speicherung von Nutzerdaten wird nun heftig kritisiert. Angekündigt war von Google zunächst eigentlich, dass die Daten nur temporär auf den Servern gesichert werden.

Bisher ist der Google Assistant nur auf Englisch verfügbar. Es bleibt abzuwarten, wie Allo sich weiterentwickelt und ob die Macher den Forderungen nach besserem Datenschutz nachkommen werden.