Was ist die Lieblings-Plattform der Deutschen und in welchem Bundesland leben die Social Media-Muffel? Interessante Antworten auf solche Fragen liefert auch dieses Jahr wieder der „Social Media Atlas 2016/2017“. Im Rahmen der Studie wurden 3500 Internet-Nutzer ab 14 Jahren zu ihrer Social Media Nutzung befragt. Die Studie wurde von der Hamburger Kommunikationsberatung „Faktenkontor“ und dem Marktforscher „Toluna“ in Kooperation mit dem IMWF – Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt.

Social Media Nutzung nach Bundesländern: Saarländer sind aktivste Nutzer

76 Prozent aller Deutschen, die einen Internet-Zugang haben, nutzen soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Xing. Dabei gibt es jedoch durchaus regionale Unterschiede.

Die aktivsten Social Media-Nutzer leben im Saarland, hier nutzen ganze 88 Prozent der Onliner auch soziale Netzwerke. Auch in Bayern sind Facebook und Co. beliebt, mit 81 Prozent steht das Bundesland auf Platz vier. In Thüringen leben dagegen eher Social Media-Muffel: der Anteil der Social Media-User unter den Onlinern beträgt hier nur 64 Prozent.

  1. Saarland: 88%
  2. Bremen: 83%
  3. Hessen: 82%
  4. Bayern: 81%
  5. Nordrhein-Westfalen: 78%
  6. Niedersachsen: 77%
  7. Hamburg: 76%
  8. Rheinland-Pfalz: 76%
  9. Sachsen-Anhalt: 76%
  10. Mecklenburg-Vorpommern: 74%
  11. Brandenburg: 73%
  12. Berlin: 71%
  13. Baden-Württemberg: 70%
  14. Sachsen: 70%
  15. Schleswig-Holstein: 66%
  16. Thüringen: 64%

Teenager nutzen lieber YouTube als Facebook

YouTube, Facebook und WhatsApp sind die Top drei sozialen Netzwerke der Deutschen. Mit 69 Prozent ist die Video-Plattform YouTube der Spitzenreiter und kann sogar den Social Media-Giganten Facebook hinter sich lassen, der nur auf 65 Prozent kommt. Es folgt der Messenger WhatsApp, den 60 Prozent aller deutschen Onliner nutzen. Eher abgeschlagen sind die Fotoplattform Instagram mit 26 Prozent, Twitter mit 23 Prozent und Video-App und Börsengänger Snapchat mit 15 Prozent.

Ebenfalls interessant ist eine Betrachtung der Altersgruppen. Gerade in der Altersgruppe zwischen 14 und 16 Jahren verliert nämlich vor allem Facebook an Boden. In der U 20-Generation nutzen nur 67 Prozent Facebook, während 92 Prozent auf YouTube aktiv sind. Ein umgekehrtes Bild zeigt sich dagegen bei der Altersgruppe über 60: während hier 47 Prozent Facebook nutzen, liegt der Anteil der YouTube-Nutzung nur bei 41 Prozent.

Abiturienten sind aktivere Social Media-Nutzer

Ebenfalls interessante Ergebnisse ergibt die Studie bezüglich des Zusammenhangs zwischen Social Media-Nutzung und Bildung. Das Vorurteil, dass Personen mit einem höheren Bildungsabschluss lieber lesen, während Bildungsferne auf Facebook und Snapchat surfen, bestätigt sich nämlich nicht.

Laut der Studie nutzen 83 Prozent der Abiturienten soziale Netzwerke und sind damit die wesentlich aktiveren Nutzer als Realschulabsolventen (73 Prozent) und Personen mit Hauptschulabschluss (70 Prozent). Diese Entwicklung könnte allerdings zu Problemen führen: „Social Media können so die Spaltung in der Wissensgesellschaft weiter vorantreiben. Es droht eine neue ‚Digital Divide‘: Wer mit dem Web 2.0 vertraut ist, gehört dazu, wer nicht, wird abgehängt.“, so Dr. Roland Heintze, geschäftsführender Gesellschafter des Faktenkontors.