Wegen Verstößen gegen die Werbekennzeichnungspflicht muss der YouTuber „Flying Uwe“ eine Geldstrafe von 10.500 Euro zahlen. Der Internet-Star ist damit der erste YouTuber in Deutschland, der wegen fehlender Werbekennzeichnung ein Bußgeld zahlen muss. Es ist zu erwarten, dass die Landesmedienanstalten in Zukunft auch weiter härter gegen Schleichwerbung vorgehen.

Schleichwerbung: Der Fall „Flying Uwe“

Der Hamburger YouTuber Uwe Schüder aka „Flying Uwe“ ist bekannt für seine YouTube-Videos, in denen er Fitness-Tipps gibt oder Einblicke in seinen Alltag zeigt. Auch Produkte seines eigenen Unternehmens hält er auf seinem Kanal gerne in die Kamera.

Damit verstieß der YouTuber jedoch gegen die werberechtlichen Vorgaben der Medienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH). Trotz mehrfacher Hinweise kennzeichnete er drei Videos, in welchen er sich ausgiebig positiv zu Produkten äußert, nicht durchgehend im Bild als Dauerwerbesendung.

Bereits Ende des letzten Jahres bekam der Hamburger eine erste Abmahnung wegen fehlender Werbekennzeichnung. In Folge kennzeichnete er einige seiner Videos als werblich, nahm die mögliche Strafe offenbar aber nicht ernst genug. Im Frühjahr bemängelte die Medienanstalt abermals fehlende Werbekennzeichnungen. Die Folge war schließlich ein Bußgeldbescheid über 10.500 Euro.

Der YouTuber habe es „trotz mehrfacher Hinweise der MA HSH unterlassen, drei YouTube-Videos, in denen er Produkte ausgiebig positiv darstellt, im Bewegtbild als Dauerwerbesendung zu kennzeichnen“ und „verstößt damit gegen § 58 Abs. 3 in Verbindung mit § 7 Abs. 5 des Rundfunkstaatsvertrags (RStV), die besagen: Auch für Telemedien gelten die Werbegrundsätze des RStV, wenn Anbieter fernsehähnliche Inhalte produzieren. Dauerwerbesendungen müssen zu Beginn als solche angekündigt und während ihres gesamten Verlaufs als solche gekennzeichnet werden“, heißt es in der offiziellen Pressemitteilung der MA HSH.

Medienanstalten greifen härter durch

Der Fall „Flying Uwe“ ist so brisant, weil es der erste Fall in Deutschland ist, in dem ein YouTuber für Schleichwerbung tatsächlich mit einem Bußgeld belegt wurde. Zwar hatten sich die Hinweise auf Verstöße der Landesmedienanstalten in der letzten Zeit gehäuft, jedoch kam es bislang nie zu tatsächlichen rechtlichen Konsequenzen.

Nun scheint es aber ernst zu werden. Es ist durchaus vermutlich, dass die Landesmedienanstalten bei Verstößen gegen die Kennzeichnungspflicht in Zukunft härter durchgreifen.

Was bedeutet das fürs Influencer Marketing?

Konsequenzen hätte das insbesondere im Bereich Influencer Marketing. YouTube-Stars, die in Videos ihnen kostenlos zugeschickte Produkte zeigen und empfehlen, müssen solche Videos unbedingt als Werbung kennzeichnen. Gleiches gilt für Produkte, die sie unter der Bedingung einer Gegenleistung, wie der Empfehlung des Produktes an die Follower, zur Verfügung gestellt bekommen. Dabei unterscheidet sich je nachdem, ob das Produkt im Mittelpunkt des Videos steht oder nicht, wie diese Kennzeichnung aussehen muss. Auch der Wert des Produktes spielt dabei eine Rolle. Teilweise reicht hier ein mündlicher Hinweis auf eine Produktplatzierung, teilweise müssen Videos aber auch durchgehend als Dauerwerbesendung gekennzeichnet werden.

Wird die Kennzeichnungspflicht nicht eingehalten, drohen Abmahnungen und Geldbußen – nicht nur für den Influencer, sondern möglicherweise auch für Agenturen und Auftraggeber.

Sowohl Influencer selbst als auch Unternehmen, die mit Influencern zusammenarbeiten, sollten sich in Zukunft also genau über die rechtlichen Anforderungen informieren und die Kennzeichnungspflichten einhalten.

Bereits 2015 haben die Landesmedienanstalten einen Leitfaden zu Werbung in den sozialen Medien veröffentlicht, der die wichtigsten Punkte beinhaltet. Für Influencer und Werbetreibende dürfte es sich durchaus lohnen, hierauf mal einen Blick zu werfen.