Börsengang, neue Features, neue Kooperationen: was ist alles neu bei Snapchat? Die Macher der App sind in den letzten Monaten alles andere als faul gewesen. Mit ständigen Veränderungen und neuen Features versucht der Dienst, mit den Konkurrenten Facebook und Instagram Schritt zu halten. Damit Ihr nicht den Überblick verliert, haben wir für Euch alle wichtigen Änderungen der letzten Monate zusammengefasst.

Erster Snapchat-Sitz in Deutschland

Anfang des Monats kündigte Snapchat an, seinen ersten Sitz in Deutschland zu eröffnen. Die Wahl des Unternehmens fiel auf die Hansestadt und Medienmetropole Hamburg. Wann und wo der Sitz eröffnet wird, ist bislang allerdings noch nicht bekannt. Auch seine erste Deutschlandchefin hat das Unternehmen Snap Inc. mittlerweile bestimmt: Die ehemalige DACH-Facebookchefin Marianne Bullwinkel.

Spectacles kommen nach Europa

Auch in Europa hat Snapchat inzwischen mit dem Verkauf der Videobrille Spectacles begonnen. In den USA löste das Unternehmen letztes Jahr mit den Spectacles eine wahre Fan-Hysterie aus. Die Brillen waren nur in begrenzter Stückzahl erhältlich, zudem nur an Automaten, deren Standorte immer wieder wechselten. Kreischende Fans und endlose Warteschlangen wird es zum Launch der Spectacles in Europa wohl nicht geben. Zwar werden die Brillen in Berlin, London, Barcelona, Paris und Venedig auch über Automaten verkauft, parallel sind die Brillen jedoch auch im Internet erhältlich.

Aktuelle Snapchat-Nutzerzahlen für Deutschland

Auch mit den neuen Nutzerzahlen für Deutschland rückte das Unternehmen heraus: 5 Millionen Deutsche nutzen die App jeden Tag.
Im internationalen Vergleich hat die Konkurrenz-App Instagram Stories die Nase aber dennoch deutlich vorne: laut aktueller Auswertungen nutzen die Funktion täglich 250 Millionen Menschen, während Snapchat nur auf 166 Millionen täglich aktive Nutzer weltweit kommt.

Überraschend dürfte das Alter der deutschen Snapchat-Nutzer sein: Ganze 60 Prozent sind über 18 Jahre alt. Das zeigt, dass Snapchat keine reine „Teenie-App“ ist.

Neu für Werbekunden: Ad Manager

Snapchat bemüht sich auch um die Werbekunden. Vor Kurzem öffnete das Unternehmen seinen Ad Manager offiziell auch für europäische Werbekunden. Das kostenlose Tool ermöglicht Werbetreibenden die Einsicht in diverse Informationen über ihre Snapchat-Werbekampagnen.

Zusätzlich soll es bald ein weiteres Werbe-Tool namens „Snap Publisher“ geben, mit dem Advertiser Anzeigen und Kampagnen noch schneller und einfacher erstellen können.

Riesen-Deal mit Time Warner

Hochwertiger Content für die Nutzer – das ist die neueste Strategie der App. Mitte Juni hat sich das Unternehmen mit dem Medienriesen Time Warner zusammengetan. In einem 100 Millionen Dollar schweren Deal verpflichtete sich der Medienkonzern zur Produktion von zehn exklusiven Shows sowie Werbeclips für Snapchat. Die Inhalte sollen in den kommenden zwei Jahren produziert werden.

Übernahme von Zenly

Von einem Millionen-Deal zum nächsten. Nur kurz nach dem Deal mit Time Warner übernahm die App das französische Startup Zenly – laut verschiedener Quellen für 200 bis 350 Millionen US-Dollar.

Die App erkennt per GPS den Standort von Nutzern und teilt diesen andern Usern in Echtzeit mit.

Snap Maps: (umstrittenes) neues Feature

Warum der Kauf von Zenly? Nur wenig später war das Geheimnis mit dem Launch des neuen Features Snap Maps gelüftet.

Die Funktion ermöglicht es Nutzern, Freunde in Echtzeit auf einer virtuellen Weltkarte zu finden. Ihr Aufenthaltsort wird über Avatare, sogenannte Bitmojis, angezeigt. Das ist jedoch aus Datenschutzgründen umstritten: Ist das Feature aktiviert, wird bei jedem Öffnen der App der Standort des Nutzers aktualisiert – und das bis auf die Hausnummer genau. Allerdings lässt sich die Standortaktualisierung auch einfach vom Nutzer ausschalten.

Und wie sieht’s an der Börse aus?

Trotz aller Bemühungen läuft es für Snapchat an der Börse immer noch nicht gut. Nachdem sich die Aktie des Unternehmens Snap Inc. nach dem medienwirksamen Börsengang in den letzten Monaten auf einer stetigen Talfahrt befunden hatte, stürzte sie zuletzt sogar auf den Ausgabekurs von 17 Dollar ab. Nach der Bekanntgabe der Kooperation mit Time Warner gab es allerdings auch einen kleinen Schub nach oben und der Aktienwert stieg um wenige Prozentpunkte.