Das Vorgehen gegen Schleichwerbung auf Instagram wird langsam härter. Nachdem Influencer lange Zeit viele Freiheiten genossen und Kennzeichnungspflichten gerne auch mal ignorierten, soll sich der Ton jetzt ändern. Die Landesgerichte und Landesmedienanstalten gehen immer aktiver gegen fehlende Werbekennzeichnungen vor.

Erst vor wenigen Monaten nahm das Vorgehen gegen Schleichwerbung auf YouTube härtere Formen an, nun sollen auch Verstöße gegen die Kennzeichnungspflicht für werbliche Posts auf Instagram stärker geahndet werden. Influencer und Unternehmen werden sich in Zukunft stärker in Acht nehmen müssen, denn bei Verstößen drohen Abmahnungen und Geldstrafen.

Gericht mahnt Drogeriekette Rossmann ab

Ein aktueller Fall zeigt, dass es tatsächlich ernst wird: Das Landgericht Celle mahnte in einem Urteil vom 08. Juni 2017 die Drogeriekette Rossmann ab. Das Unternehmen hatte mit einem Instagram-Influencer kooperiert, der auf seinem Account mit Rossmann-Produkten warb. Das Problem: das Bild war nicht ausreichend als Werbung gekennzeichnet.

Um bezahlte Posts als solche kenntlich zu machen, werden für gewöhnlich Hashtags wie #ad, #sponsored, #advertisement oder #sponsoredpost verwendet. Nur einer von sechs verwendeten Hashtags unter dem Bild wies jedoch auf Werbung hin: der Hashtag #ad wurde an zweiter Stelle genannt. Laut dem Landgericht Celle ist das unzureichend – bezahlte Posts müssten laut dem Urteil auf den ersten Blick als solche zu erkennen sein, der Werbe-Hashtag sollte an erster Stelle stehen.

Bei einem weiteren Schleichwerbung-Fauxpas könnte nach der ersten Abmahnung eine erhebliche Geldstrafe auf die Drogeriekette zukommen.

Influencer und Werbetreibende müssen vorsichtiger werden

Der Rossmann-Fall zeigt: Influencer und Werbetreibende müssen vorsichtiger werden. Auf wirklich deutliche Werbekennzeichnungen wird bislang gerne mal verzichtet. Eine beliebte Praktik ist es auch, kennzeichnende Hashtags in werblichen Postings in einer Hashtag-Wolke „verschwinden“ zu lassen.

Von solchen Tricks ist abzuraten – nicht nur den Influencern, sondern auch werbetreibenden Unternehmen. Es empfiehlt sich, die Kennzeichnung von Werbeposts vertraglich genau zu regeln und dabei die Vorgaben der Landesmedienanstalten zu beachten. Hier könnt ihr nachlesen, was im Influencer-Marketing erlaubt ist.